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title: "Energieverbrauch messen: Smart-Plug & Prometheus im Homelab"

description: "Stromverbrauch im Homelab messen: Shelly Plug S als Smart-Plug mit Messfunktion, Daten per Exporter in Prometheus, Grafana-Dashboard und automatische Kostenberechnung."


Energieverbrauch messen: Smart-Plug & Prometheus im Homelab

Wer sein Homelab ernsthaft optimieren will, muss zuerst wissen, wo der Strom hingeht. Gefühlt läuft der Server „irgendwie sparsam“ – gemessen wird es konkret. Ein Smart-Plug mit Messfunktion macht aus dem Gefühl eine Zahl, und mit Prometheus und Grafana wird daraus ein dauerhaftes Monitoring. So sehen Sie auf den Cent genau, was der Dauerbetrieb kostet.

Warum Stromverbrauch messen?

Stromkosten sind der größte laufende Posten eines Homelabs. Bei 0,40 €/kWh kostet ein Mini-PC mit 60 W Dauerlast rund 17 € im Monat, ein 400-Watt-Server über 115 €. Ohne Messung bleibt das eine Rechnung auf Papier – der tatsächliche Verbrauch schwankt je nach Last, Tageszeit und Diensten.

Messen lohnt sich doppelt: Sie erkennen Stromfresser (alte Netzteile, überflüssige Dienste, Hardware, die nie in den Idle geht) und Sie können die Wirkung jeder Optimierung direkt ablesen. Wer ein Auto-Shutdown einrichtet oder die CPU im Leerlauf heruntertaktet, sieht sofort, wie viele Watt das bringt.

Smart-Plug mit Messfunktion: Shelly & Co.

Ein Smart-Plug mit Messfunktion wird einfach zwischen Steckdose und Gerät gesteckt und misst Spannung, Strom, Wirkleistung (W) und kumulierte Energie (kWh). Für Homelabs ist der Shelly Plug S beziehungsweise der neuere Shelly Plug Plus die Referenz – kompakt, WLAN-fähig und offen ansprechbar.

Wichtig für das Monitoring: Der Plug muss eine lokale API sprechen – Cloud-Zwang macht die Prometheus-Anbindung unnötig kompliziert.

Daten in Prometheus bringen

Prometheus sammelt die Messwerte per Pull über HTTP. Für Shelly gibt es fertige Exporter wie shelly_exporter, die das Webinterface auslesen und in Prometheus-Metriken übersetzen. Alternativ reicht ein kleiner Scrape-Job, der die Shelly-HTTP-API direkt abfragt:


- job_name: shelly
  metrics_path: /meter/0
  static_configs:
    - targets: ['192.168.1.50']

Der Shelly liefert dann unter anderem power (aktuelle Watt) und total (kumulierte kWh). Der Exporter wandelt das in saubere Metriken wie shelly_power_watts und shelly_total_kwh um, die sich wie jede andere Metrik behandeln lassen.

Homelab-Verbrauch in Grafana tracken

In Grafana entsteht daraus das Dashboard, das den Verbrauch sichtbar macht:

Kosten automatisch berechnen

Der Clou ist die Kostenrechnung direkt im Dashboard. Ein zusätzliches Panel multipliziert den Verbrauch mit dem Strompreis:


increase(shelly_total_kwh[30d]) * 0.40

So sehen Sie auf einen Blick, was die letzten 30 Tage gekostet haben – ohne Excel und ohne zu schätzen. Bei mehreren Plugs (Server, Netzwerk, NAS) addiert eine Summen-Query alles zu einer Gesamtbilanz. Ändert sich der Strompreis, genügt eine Zahl im Query.

Fazit

Wer sein Homelab optimieren will, muss es messen. Ein Smart-Plug mit Messfunktion wie der Shelly Plug S kostet um die 20 €, liefert aber exakte Verbrauchsdaten, die sich mit Prometheus und Grafana zu einem vollständigen Strom-Monitoring ausbauen lassen. So werden Stromfresser sichtbar, Optimierungen messbar und die monatlichen Kosten automatisch berechnet – besser als jede Schätzung.