VPS-Vergleich Deutschland 2026: Hetzner, Contabo und Netcup
Wer 2026 in Deutschland einen virtuellen Server (VPS) mietet, landet fast zwangsläufig bei drei Namen: Hetzner, Contabo und Netcup. Alle drei sind deutsche Anbieter mit Rechenzentren im eigenen Land, alle drei werben mit aggressiven Preisen — und doch trennen sie Welten, sobald man über den reinen Monatspreis hinausschaut. Dieser Vergleich stellt die aktuellen Einstiegs- und Mittelklasse-Tarife gegenüber und zeigt, welcher Anbieter für welchen Einsatzzweck die richtige Wahl ist.
Die Tarife 2026 im Überblick
Vergleicht man nur die Listenpreise, liegt Hetzner vorn. Das Einstiegsmodell CX22 kostet 4,49 € netto im Monat und liefert zwei geteilte vCPU-Kerne, 4 GB RAM und 40 GB NVMe-Speicher. Der CPX11 mit zwei dedizierten vCPU-Kernen kostet 5,49 € netto, kommt aber nur mit 2 GB RAM — er lohnt sich vor allem, wenn du stabile CPU-Leistung ohne Nachbar-Last brauchst. Netcup setzt mit dem VPS 500 G12 für 4,96 € netto direkt auf 128 GB NVMe und damit deutlich mehr Speicher. Contabo schließlich spielt die Ressourcen-Karte: Der aktuelle Einstiegstarif „Cloud VPS 4“ bietet 4 vCPU, 8 GB RAM und 100 GB SSD für 5,50 € inklusive MwSt.
| Anbieter | Tarif | vCPU | RAM | Speicher | Preis ab |
|---|---|---|---|---|---|
| Hetzner | CX22 | 2 (shared) | 4 GB | 40 GB NVMe | 4,49 € |
| Hetzner | CPX11 | 2 (dediziert) | 2 GB | 40 GB NVMe | 5,49 € |
| Netcup | VPS 500 G12 | 2 | 4 GB | 128 GB NVMe | 4,96 € |
| Contabo | Cloud VPS 4 | 4 | 8 GB | 100 GB SSD | 5,50 € |
| Hetzner | CX32 | 4 (shared) | 8 GB | 80 GB NVMe | 8,49 € |
| Netcup | VPS 1000 G12 | 4 | 8 GB | 256 GB NVMe | 8,71 € |
Ein entscheidender Punkt, der bei Vergleichen regelmäßig untergeht: Hetzner und Netcup werben mit Nettopreisen. Privatkunden in Deutschland zahlen dort 19 % MwSt. zusätzlich — aus 4,49 € werden so rund 5,34 €, aus 4,96 € rund 5,90 €. Contabo nennt seine Preise dagegen bereits inklusive MwSt. Wer die Angebote fair gegenüberstellen will, muss diese Differenz einrechnen, sonst wirkt Hetzner günstiger, als er für Privatkunden tatsächlich ist.
Hetzner: der zuverlässige Allrounder
Hetzner ist für viele Entwickler die Referenz, und das aus gutem Grund: Die Cloud läuft stabil, die API ist sauber, und Server lassen sich sekundenschnell hochziehen und wieder löschen. Für ein kleines Homelab, einen Bot oder einen Reverse Proxy ist der CX22 ein unschlagbares Einstiegsangebot. Wer mehr Leistung braucht, skaliert mit CX32 oder CPX21 sauber nach oben. Einziger Wermutstropfen: 2026 hat Hetzner gleich dreimal die Preise erhöht, zuletzt im Juni — das frühere „unschlagbar billig“ hat sich etwas abgeschliffen, bleibt im Einstieg aber bestechend.
Contabo: maximale Ressourcen pro Euro
Contabo wirbt nicht zu Unrecht mit „viel Leistung für wenig Geld“. 4 vCPU, 8 GB RAM und 100 GB SSD für 5,50 € inklusive MwSt. erreicht bei Hetzner oder Netcup niemand. Dazu kommt unbegrenzter Traffic. Der Preis dafür ist ein Kompromiss bei Service und Auslastung: Die Rechenzentren sind teils gut belegt, der Support reagiert langsamer, und wer durchgängig ungebremste CPU-Leistung erwartet, sollte zu den dedizierten Tarifen greifen. Für ressourcenhungrige Projekte, bei denen der Preis das wichtigste Kriterium ist, ist Contabo aber schwer zu schlagen.
Netcup: viel Speicher fürs Geld
Netcup positioniert sich zwischen beiden. Beim Speicher pro Euro liegt der Anbieter klar vorn: Der VPS 1000 G12 bietet für 8,71 € netto bereits 256 GB NVMe — mehr als das Doppelte des Hetzner CX32 bei nahezu gleichem Preis. Dazu kommen DDoS-Schutz, Snapshots und eine solide KVM-Virtualisierung ohne Aufpreis. Für datenbanklastige Anwendungen oder Projekte mit hohem Plattenbedarf ist Netcup damit oft die beste Wahl. Abstriche muss man beim Bedienkomfort und der im Vergleich zu Hetzner kleineren Community machen.
VPS, eigener Server oder Cloud?
Ein VPS ist die richtige Wahl, wenn du Root-Zugriff und eine feste IP brauchst, ohne eigene Hardware zu betreiben. Sobald aber große Datenmengen, ein permanenter Betrieb rund um die Uhr oder spezielle Anforderungen ins Spiel kommen, lohnt sich ein Blick über den Tellerrand: Wann sich ein eigener Server gegenüber der Cloud rechnet, erklären wir in einem eigenen Artikel. Und wer lieber komplett autark arbeitet, findet im Server-Homelab-Ratgeber den Einstieg in die eigene Infrastruktur zu Hause.
Fazit
Für den günstigen Einstieg mit minimaler monatlicher Belastung ist der Hetzner CX22 die erste Adresse — besonders für Geschäftskunden, die Nettopreise zahlen. Wer maximale Ressourcen für kleines Geld will, greift zu Contabo und nimmt dafür Abstriche bei Support und CPU-Auslastung in Kauf. Und wer viel Speicher oder ein datenbanklastiges Projekt betreibt, fährt mit Netcup am besten. Die Entscheidung hängt am Ende weniger vom Monatspreis ab als von der Frage, ob dir CPU-Stabilität, Speichervolumen oder das schiere Ressourcen-Volumen pro Euro wichtiger ist.
Hinweis: Preise und Ausstattung entsprechen dem Stand September 2026 und können sich ändern. Hetzner- und Netcup-Preise sind Nettopreise (zzgl. 19 % MwSt. für Privatkunden), Contabo-Preise inklusive MwSt. Dieser Artikel enthält keine Affiliate-Links. Weitere Vergleiche findest du auf unserer Hardware-Vergleichsseite.